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Graham Swift: Ein Festtag
John Aldridge; Anthony Sosinski: Ein Fleck im Meer
Thomas Meyer: Trennt euch!
Dorothy Parker: Denn mein Herz ist frisch gebrochen
Simon Strauss: Sieben Nächte

Graham Swift
Ein Festtag

Graham Swift: Ein Festtag

Es ist der 30. März 1924, ein herrlicher Tag wie im Juni und Muttertag. Ein Mann geht nackt durch das sonnenbeschienene Schlafzimmer und eine Frau liegt auf dem Bett, auch sie ist nackt. Die Frau, Jane, hat von ihrer Herrschaft frei bekommen. Am Muttertag dürfen Dienstmädchen ihre Mütter besuchen. Jane aber hat keine Mutter, sie ist als Findelkind aufgewachsen. Seit sieben Jahren haben sie und Paul ein Verhältnis, sie treffen sich jeweils im Verborgenen. Nie zuvor war sie in seinem Haus, aber heute hat sie ihr Fahrrad am Hauptportal abgestellt und ist zu ihm gekommen. Noch am gleichen Tag wird Paul seine Verlobte treffen, und in zwei Wochen wird er sie standesgemäss heiraten. Als er gegangen ist, ahnt Jane nicht, dass bald eine Tragödie geschieht, welche ihr Leben komplett umkrempeln wird.

Elegant und sinnlich erzählt der Autor, wie aus dem Dienstmädchen Jane eine Schriftstellerin wurde, welche am Schluss über ihr reiches Leben sinniert: «Das bedeutet es doch, Schriftstellerin zu sein: Sich dem Stoff des Lebens in die Arme zu werfen».

Veronika Scheuermeier

dtv Verlag, 2017
141 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-423-28110-2

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CHF 25.50

John Aldridge; Anthony Sosinski
Ein Fleck im Meer

John Aldridge; Anthony Sosinski: Ein Fleck im Meer

Berufsfischer haben den Tod stets mit an Bord, zumindest gedanklich. Es ist heute in der westlichen Welt einer der gefährlichsten Berufe, nicht selten enden Unfälle tödlich. Dessen sind sich auch Johnny Load und Little Anthony, wie die Protagonisten von Kollegen genannt werden, bewusst, als Sie in einer Sommernacht 2013 mit einem Freund zum Hummerfischen meilenweit aufs Meer hinaus zu ihren Fanggründen fahren. Unbemerkt von den Anderen geht John mitten in der Nacht über Bord. Stundenlang bemerkt niemand sein Verschwinden, so dass die Suche nach ihm erst bei Tagesanbruch beginnt. Der Fischer wird währenddessen unermüdlich von den Wellen umhergeworfen und er hält verzweifelt nach einer Boje Ausschau, die ihn über Wasser halten könnte.

Wie verschwindend klein seine Rettungschancen sind, zeigt auch das eindrückliche Buchcover, bei dem man den Fischkutter erst auf den zweiten Blick zwischen den Wellen entdeckt, die sogar den Buchtitel unter sich zu begraben versuchen.

Gleichwohl beinhaltet diese wahre Geschichte auch ein Porträt der Berufsfischer in der heutigen Zeit und veranschaulicht die vielen Möglichkeiten der Seerettung mit modernster Technik. Schliesslich erzählt es überdies vom Zusammenhalt in der eingeschworenen Fischergemeinschaft in Montauk auf Long Island und von der tiefen Verbundenheit der Kindheitsfreunde und Geschäftspartner John Aldridge und Anthony Sosinski. 

Jana Kilchenmann

TEMPO bei Hoffmann und Campe Verlag, 2017
256 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-455-00101-3

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CHF 27.90

Thomas Meyer
Trennt euch!

Thomas Meyer: Trennt euch!

Ob zwei Menschen zusammenpassen, ist keine Frage der Interpretation. Es passt, oder es passt nicht. Und meistens passt es nicht, denn zum Passen braucht es viel.

Der Einstieg in Thomas Meyers Essay über inkompatible Beziehungen ist unmissverständlich. Und er liefert auch gleich eine Erklärung. a) Es passt: Wenn sie sich mit ihrem Partner in den zentralen Aspekten ähnlich sind; also in Bezug auf Humor, Intelligenz, Wertvorstellungen, Lebensumstände, persönliche Reife, Sexualität, Spiritualität und Beziehungsmotiv. b) Es passt nicht: Die Nichtpassenden – die Unähnlichen, die Inkompatiblen – geben sich gegenseitig ständig Rätsel auf. Sie sind einander zwar zugetan, sehen aber zu vieles zu verschieden, und auch wenn sie ihre gemeinsame Zeit zu grossen Teilen dafür aufwenden, sich dem anderen verständlich zu machen, gelingt ihnen das nur ausnahmsweise. Letztlich bleiben sie sich fremd. 

Wenn Sie zu a) gehören: Geniessen Sie diese Lektüre und freuen Sie sich mit Ihrem Partner ob Ihrer wunderbaren Beziehung.

Wenn Sie zu b) gehören: Lassen Sie sich inspirieren und trennen Sie sich, oder lassen Sie die Finger von diesem Buch.

Dominic Blaser

Salis Verlag, 2017
120 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-906195-48-3

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CHF 21.50

Dorothy Parker
Denn mein Herz ist frisch gebrochen

Dorothy Parker: Denn mein Herz ist frisch gebrochen

Dorothy Parker begann mit dem Schreiben von Kurzgeschichten in den 20er Jahren. Gedichte und Hollywood-Drehbücher machten sie und Ihren Spott - auch über sich selber - bekannt. Als Kritikerin und Kolumnistin des «New Yorker» weckte sie das Interesse des FBI. Sie wurde so zum prominenten Opfer der McCarthy-Ära.

Schön ist diese zweisprachige Sammlung der Gedichte bei Dörlemann geworden - sie liegt gut in der Hand und wirkt alterslose. Aber immer noch spöttisch und mit Biss.

Ulrich Riklin

Dörlemann Verlag, 2017
400 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-03820-044-4

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CHF 43.50

Simon Strauss
Sieben Nächte

Simon Strauss: Sieben Nächte

In jenem Alter zwischen Freiheit und Verantwortung (näher bei 30 als bei 20) stellen sich unaufgefordert viele unangenehme Fragen. Fragen nach Zielen, dem Zweck, der Identität, dem Sinn hinter alldem. Simon Strauss packt diese oft verworrenen Gedankengänge in eine präzise Sprache und es gelingt ihm hervorragend, dieses Lebensgefühl des Suchens in Worten zu vermitteln. Man fühlt sich ertappt, durchschaut und auch erleichtert, verstanden zu werden. Ein Buch, um Abschnitte mehrmals zu lesen, Zitate anzustreichen, zurück zu blättern. Ein Buch, das an den nächsten Mitzwanziger weitergereicht wird, um stumm mitzuteilen «Ja, wir sind so. Und es ist irgendwie auch okay».

Marion Troxler

Blumenbar Verlag, 2017
138 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-351-05041-2

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CHF 22.50

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