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Iain Sinclair: Der Rand des Orizonts
Thomas Hettche: Der Fall Arbogast
Peter Kraus: Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?
Hanns Zischler: Kafka geht ins Kino
Haruki Murakami: Naokos Lächeln

Iain Sinclair
Der Rand des Orizonts
Auf den Spuren von John Clares «Reise aus Essex»

Iain Sinclair: Der Rand des Orizonts

1841 entflieht der Naturdichter John Clare aus der Nervenanstalt in Epping Forest und macht sich auf die Suche nach seiner verlorenen Liebe Mary Joyce, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren tot ist. In einer besessenen Pilgerreise legt der verwirrte, vor Hunger und Sehnsucht getriebene Clare die 80 Meilen bis zu seinem Heimatdorf zu Fuss in nur vier Tagen zurück.

Rund 170 Jahre später wandert Iain Sinclair die Strecke nach. Es ist eine Reise durch das heutige England, die der Schriftsteller in seinem Buch beschreibt, die leidvolle «Reise aus Essex» John Clares in Gedanken mit im Gepäck.

Auf seiner Wanderung zeichnet Iain Sinclair ein sensibles Porträt von John Clare, auch wenn die Landschaft nur noch wenig mit dem in Clares‘ Gedichten gepriesenem Landleben der Romantik gemein hat.

«Der Rand des Orizonts» ist ein überraschendes und reiches Buch über zwei ungleiche Schriftsteller und deren Empfindungen für die Landschaft, die sie umgibt.

John Clare (1793 – 1864) war ein englischer Naturdichter und bekannt als einer der besten Beschreiber des Landlebens.

Iain Sinclair (geb. 1943) ist ein britischer Schriftsteller und Filmemacher. Er gilt als Hauptvertreter der Psychogeographie, einer zeitgenössischen Variante des modernen Flanierens.

Therese Heiniger

Matthes & Seitz Berlin, 2017
272 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-95757-326-1

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CHF 34.50

Thomas Hettche
Der Fall Arbogast

Thomas Hettche: Der Fall Arbogast

Im September 1953 ist Hans Arbogast als Vertreter für Billiardtische mit seinem Auto unterwegs und nimmt eine Anhalterin mit. Sie verbringen ein paar Stunden zusammen, lieben sich, doch plötzlich liegt Marie tot im Gras. Kurz darauf stellt sich Arbogast den Behörden.

Arbogast ist ein unheimlicher und faszinierender Mensch. 15 Jahre verbringt der zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilte Mörder im Zuchthaus. Der Schriftsteller Sarrazin, der Anwalt Klein und die Pathologin Levans erkennen in seinem Fall einen Justizirrtum und können eine Wiederaufnahme des Verfahrens erwirken.

Thomas Hettche lässt uns intensiv an den 50er und 60er Jahren teilhaben. Stimmungsvoll beschreibt er die Nachkriegsjahre und veranschaulicht die Entwicklung der deutschen Justizgeschichte in diesen Jahren.

Der letzte Roman von Thomas Hettche, «Die Pfaueninsel», hat viele Leser begeistert. Im Jahr 2001 ist «Der Fall Arbogast», der auf einem wahren Fall basiert, erstmals erschienen. Nun wurde dieser bei Kiepenheuer & Witsch als Taschenbuch neu aufgelegt.

Susanne Bühler

Kiepenheuer & Witsch, 2017
400 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-462-05032-5

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CHF 20.50

Peter Kraus
Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?
Handwörterbuch der Vogellaute

Peter Kraus: Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?

Genau wie die Artenvielfalt der Vögel ist auch der Reichtum der deutschen Sprache bedroht. Oder wussten Sie, dass Krähen nicht einfach krähen, sondern krächzen, kreischen, krassen, kolken, kröchsen, quarren, gaken, knurren, plärren und racken? Peter Krauss, ehemaliger Deutschlehrer und Jazzpianist, versteht sein Handwörterbuch der Vogellaute auch als Bestandesaufnahme eines aussterbenden Wortschatzes. Der Band umfasst über 300 Lautäusserungen von Adler bis Zwergschnepfe, die in die Sprache der Menschen übertragen wurden. Krauss entnahm die Vogellaute aus alten Enzyklopädien und Wörterbüchern wie Brehms Klassiker «Illustriertes Tierleben» und dem «Deutschen Wörterbuch» von Grimm aus dem Jahr 1873. Mehr als hundert Vögel und deren Gesänge sind in diesem bezaubernden Band versammelt und in farbenprächtigen Aquarellen aus dem 19. Jahrhundert abgebildet. Das einzigartige Nachschlagewerk zeichnet sich durch umfangreiche Anmerkungen und witzige Anekdoten aus und vermag sowohl Naturverbundene als auch Sprachwissenschaftler zu entzücken.

Vera Muff

Matthes & Seitz Berlin, 2017
224 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-95757-393-3

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CHF 33.50

Hanns Zischler
Kafka geht ins Kino

Hanns Zischler: Kafka geht ins Kino

Kafka - ein Kinogänger? Was faszinierte ihn an diesen bewegten Bildern aus der Pionierzeit des Kinos? Was waren die «unsichtbaren Sehenswürdigkeiten» und wie beeinflussten sie sein Schreiben?

Inserate in Zeitungen, Filmbesprechungen, alles wird gesichtet. Es gibt nur wenige Hinweise, die die Leidenschaft Kafkas belegen. In seinen Briefen und Tagebucheinträgen sind Spuren zu finden, zum Beispiel «Im Kino gewesen. Geweint». Die sorgfältig gestaltete, nun gebundene Neuauflage, wurde mit viel Material stark erweitert und eine CD mit insgesamt 140 Minuten Filmmaterial dokumentiert die Leidenschaft des regelmässigen Kinogängers.

Ulrich Riklin

Galiani Verlag, 2017
216 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-86971-105-8

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CHF 49.90

Haruki Murakami
Naokos Lächeln
Nur eine Liebesgeschichte

Haruki Murakami: Naokos Lächeln

Bereits vor vierzehn Jahren wurde «Naokos Lächeln» auf unserer Website empfohlen (http://www.muenstergass.ch/book.php?id=396). Mit der Neuausgabe von Dumont möchte ich dieses herzberührende Buch erneut in Erinnerung rufen und Neulesern wärmstens empfehlen.

Das Studentenleben des Erzählers Töru erscheint mir nicht viel anders als das heutige - obwohl in einer anderen Zeit und an einem anderen Ort, im Japan der 1960er Jahre. Die Unfassbarkeit der Liebe, Auseinandersetzungen mit Suizid und Depressionen, unerklärbare Freundschaften. Die nebenbei stattfindenden gesellschaftlichen Umbrüche kreieren einen unaufhaltsamen Sog, der an der Seele zerrt. Weit mehr als eine Liebesgeschichte steckt in diesem Buch, das generationenübergreifend berührt und bestimmt auch in vierzehn Jahren noch von mir und zukünftigen BuchhändlerInnen empfohlen wird.

Musiktipp zum Buch: «Norwegian Wood» von den Beatles – Namensgeber des Originaltitels.

Marion Troxler

DuMont Buchverlag, 2017
428 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-8321-5609-1

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CHF 35.90

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