Good Home

T.C. Boyle
Good Home
Stories

T.C. Boyle: Good Home

Präzis und mit untrügerischem Gespür erforscht T.C. Boyle in diesem Sammelband die alltäglichen Wechselfälle des Lebens, die verheerender nicht sein könnten.

Um Lügen geht es in der Geschichte eines jungen Protokollanten von Filmmaterial. Ausgebrannt durch die monotone Arbeit und den Alltagstrott, beschliesst der Ehemann einer Jurastudentin und Vater einer kleinen Tochter eines Tages, nicht mehr zur Arbeit zu gehen. Auch an den darauffolgenden Tagen bleibt er der Arbeit fern, und jedes Mal entschuldigt er sich wieder mit einer Lüge. Seine Ausreden werden immer fantastischer. Doch eines Tages kommt alles ans Licht, und er muss feststellen, dass er seine ganze Existenz kaputt gelogen hat.

Um eine Lüge geht es auch in der Geschichte «Balto», oder, um es in den Worten von Angelles Anwalt auszudrücken «Es gibt zwei Arten von Wahrheiten: gute und schmerzhafte». An diese «gute» Wahrheit soll die noch minderjährige Angelle denken, wenn sie vor Gericht über den Hergang des Unfalls aussagen muss, den ihr Vater mit ihr auf dem Heimweg von der Schule verursacht hat.

T.C. Boyle schafft es immer wieder, den Leser in das tiefe Seelenleben der unterschiedlichsten Charaktere zu versetzten, so auch im Falle des mexikanischen Jungen, der seit seiner Geburt wegen einer Genmutation keinen körperlichen Schmerz empfindet und deshalb durch seine Eltern zur Jahrmarktattraktion gemacht wird – solange, bis er stirbt.

Keine seiner zwanzig meisterhaften Kurzgeschichten lassen den Leser, die Leserin unberührt.

Therese Heiniger

Hanser Verlag, 2018
432 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-446-25808-2

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